Der Frei*Raum stellt sich vor: Ein selbstverwaltetes Zentrum für politische, kulturelle und soziale Projekte. | kleinstadtgross

Der Frei*Raum stellt sich vor: Ein selbstverwaltetes Zentrum für politische, kulturelle und soziale Projekte.

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Im Herzen Passaus eröffnete ein selbstverwaltetes Zentrum. Der Frei*Raum bietet interessierten Menschen und Gruppen die Möglichkeit, unkommerziell und hierarchiefrei politische, soziale oder kulturelle Projekte und Ideen umzusetzen. Dabei gibt es klare Prinzipien: Diskriminierung wird in keiner Form geduldet.

Die Idee eines selbstverwalteten Raumes schien in Passau längst überfällig. Schon vor der offiziellen Eröffnung des am Inn gelegenen Frei*Raums bekundeten zahlreiche Menschen und politisch, kulturell oder künstlerisch motivierte Gruppen Interesse an der Nutzung des Raumes für ihre Treffen und Konzepte. Der Frei*Raum soll eine offene Plattform bieten, eine Möglichkeit für non-profit-orientierte Gruppen ihre Projekte umzusetzen. Dafür ist weder eine Nutzungsgebühr noch ein irgendwie gearteter Konsumzwang vorgesehen. Frei nach dem Do-it-Yourself-Prinzip lebt der Frei*Raum von den darin jeweils aktiven Menschen, Arbeitskreisen und Gruppierungen und deren Ideen und Engagement. Dabei ist die Nutzung ganz klaren Leitprinzipien unterworfen: Für jede Form von Diskriminierung, sei es rassistischer, sexistischer, homophober oder sonstiger Art, gilt eine Null-Toleranz Politik.

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„Der Raum soll nicht nur Plattform für Engagement sein, sondern auch ein Schutzraum, ein Gegenentwurf zu anderen Räumen in denen Menschen unterschiedliche Diskriminierungen erdulden müssen. Wir möchten keine gesellschaftlichen Verhältnisse oder gar Missstände reproduzieren, sondern Menschen eine Möglichkeit bieten, im Raum ihre Träume und Vorstellungen von Gesellschaft, Politik, Kunst und Kultur zu leben“, erklärt Lara Oberneder, eine der Aktiven im frei*raum.

Was sich im ersten Moment nach „Heiler-Welt-Romantik“ klingt, bedeutet dabei auch harte Arbeit. „Es muss natürlich Zeit und Energie reingesteckt werden. Projekte, Veranstaltungen und Workshops organisieren sich genau so wenig von allein wie der Raum an sich. Ob es um die Mietzahlung, die Renovierung und Einrichtung oder um organisatorische Treffen oder inhaltliche Entscheidungen und Ausrichtungen geht, es muss sich gekümmert werden. Entscheidungen sollen dabei im Konsens und hierarchiefrei getroffen werden“, so Oberneder weiter.

Besonders getroffen haben die Frei*Räumer*innen daher die versuchten Interventionen seitens Stadt und Polizei. Offensichtlich fühle man sich von dem Konzept eines selbstverwalteten Zentrums gestört, so Lara Oberneder. Anders könne man sich nicht erklären, wieso Ordnungsamt und Polizei den Vermieter mit ständigen Anrufen und Drohungen zur Kündigung des Mietvertrages drängen wollen. Gerade wegen von der Polizei verbreiteten Unwahrheiten, die jeder Grundlage entbehren, sei man selbstverständlich mit Rechtsvertreter*innen in Kontakt. „Aber natürlich“, so Oberneder, „rechnen wir damit, dass sich dieser Unmut bald in Wohlgefallen auflöst“.

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Das Konzept des Frei*Raums geht jedenfalls voll auf. Nicht nur deshalb wollen die im Frei*Raum aktiven Menschen weitermachen. Gerade von Gästen, die an bisherigen Veranstaltungen im Raum teilgenommen haben, sei begeistertes Feedback gekommen. Viele hätten Interesse gezeigt, sich und ihre Projekte ebenfalls im
Frei*Raum einbringen zu wollen. Die Palette der Frei*Raum-Veranstaltungen ist bunt: Von Geflüchtetencafés,
Konzerten und gemütlichen musikalisch untermalten Kneipenabenden, über Bingo- Abende, Fahrradschnitzeljagden, Vegane Cafés und Geburtstagsfeiern bis hin zu Gruppentreffen und Kulturfesten war schon alles dabei. Und weitere Unterstützer*innen sind jederzeit herzlich willkommen – wer Interesse am
Frei*Raum hat, kann sich über www.freiraum-passau.org informieren oder einfach einmal bei den Organisationstreffen dienstags ab 19.30 Uhr vorbeischauen.

„Wir freuen uns wirklich über jede*n, der*die mitmachen will“, betont Oberneder und ergänzt augenzwinkernd „also nur Mut, kommt vorbei.“

Für Rückfragen wenden Sie sich an:

Das Frei*Raum-Team c.o. Lara Oberneder Innstraße 18-20, 94032 Passau
info@freiraum-passau.org
www.freiraum-passau.org