Was ist eigentlich mit Harry&Marv passiert? | kleinstadtgross

Was ist eigentlich mit Harry&Marv passiert?

Galerie33

Einige werden sich vielleicht noch erinnern: ein kleiner Laden in der Theresienstraße, bis oben hin voll mit Fahrrädern und Zubehör – Radlreparatur und Verleih für wenig Geld. Jetzt sieht man zwar noch ab und an ein Fahrrad mit der Aufschrift hrry&mrv am Straßenrand stehen,  aber der dazugehörige Laden ist nicht mehr da. Was ist eigentlich mit Harry&Marv passiert?

Galerie1Wir haben Jonas Rodermund, einen der Gründer, befragt.

Wo hat es euch hin getrieben und warum?

Wir sind alle nach unserem Studium nach München gegangen. Weil es für uns die beste Mischung aus Großstadt und Dorf ist und die besten Vorraussetzungen zum Leben und Arbeiten für uns bietet.

Was ist euer neues Projekt?

Wer kennt es nicht? Viele Menschen nutzen ihr Fahrrad fast täglich, um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren, oft auch einfach als klassische Freizeitaktivität. Aber ich denke jeder kennt gleichzeitig den Ärger und damit verbundenen Stress, wenn der Drahtesel mal streikt und man sich um die lästige Reparatur kümmern muss.

Mit unserem Projekt Harry & Marv bicycle aid haben wir es uns als Ziel gesetzt die bequemste, einfachste und schnellste mobile Fahrradreparatur aller Zeiten anbieten zu können. Dabei kann der Kunde sich per App mit uns in Verbindung setzen, den Schaden übermitteln und muss sich anschließend um nichts Weiteres kümmern.

Die Reparatur des Rads wird nämlich direkt vor Ort ausgeführt, der Kunde erhält eine Nachricht aufs Handy und kann wieder munter durch die Stadt flitzen.

Gibt es ein Vorbild, an dem ihr euch orientiert? Oder wie ist die Idee zu Stande gekommen?

Ein direktes Vorbild gibt es in diesem Sinne nicht, obwohl wir natürlich mit offenen Augen und Ohren durchs Startup-Leben gehen und versuchen ständig neue Ideen für Verbesserungsmöglichkeiten und vereinfachte Prozesse zu sammeln.

Die Idee für Harry & Marv bicycle aid entwickelte sich auf der Basis verschiedener Faktoren: Zum einen sind da die Erkenntnisse unserer unternehmerische Tätigkeit in Passau. Dort entstand zunächst das Modell für eine kostengünstigen Vermietung und Reparatur von Fahrrädern, welches sehr grGalerie7oßen Anklang fand!

Für den geplanten Schritt nach München kam schließlich in zahlreichen Gesprächen, und Überlegungen die Frage auf, wie man vor allem dem Kunden das Leben erleichtern und man diesem möglichst stressfreie Abläufe bieten kann. Der Gedanke Fahrradreparatur ins 21. Jahrhundert zu befördern war damit geboren.

Warum Crowdfunding?

Crowdfunding erfreut sich in Deutschland zunehmend immer mehr Aufmerksamkeit und wird gerade bei Startups immer beliebter. So dachten wir uns: Warum sollten wir nicht auch diesen Weg gehen?

Die Möglichkeit noch während der Entwicklungsphase eines Projekts Feedback von seiner potentiellen Kundschaft zu bekommen und dieser die Chance zu geben sowohl als finanzieller als auch moralischer Supporter Teil der Sache zu werden ist schlichtweg genial.

Jeder kann auf diese Art und Weise seinen Beitrag leisten und bekommt nach dem Geben-und-Nehmen-Prinzip sogar eine Gegenleistung! Wenn alles gut läuft, haben dann am Ende alle etwas davon.

Woher kommt eure Fahrradbegeisterung?

Da wir vier alle Münchner-Kindl sind, gehört das Fahrrad zu unserem Alltag wie der süße Senf und das Weißbier zu einem klassischen Weißwurstfrühstück. Hier in München fährt man – gerade im Sommer – einfach überall mit dem Radl hin egal ob das nun zur Isar, in den Biergarten oder einfach nur zum Café um die Ecke ist.

Man ist unabhängig, flexibel und bleibt sogar noch fit dabei!

Diese Leidenschaft fürs Radfahren haben wir dann nach Passau weiter getragen, wo wir zahlreichen Radtouren mit Musik und Grillen organisiert haben.

Diese Verbindung aus mobiler Freiheit und der Lust an der Bewegung ist einfach eine tolle Sache und soll mit Umsetzung unseres Projektes auch immer gewährleistet sein!

Galerie17München ist die Radlhauptstadt!”, steht in eurer Crowdfunding-Kampagne. Einige MünsteranerInnen und FreiburgerInnen würden auch da widersprechen. Wie kommt München zu der Bezeichnung?

In den letzten Jahren hat sich München immer mehr der wachsenden Zahl seiner Radler und Radlerinnen angenommen. Dabei wurden und werden immer mehr Radwege gebaut oder bereits bestehende verbreitert und ausgebessert. Auch entstehen immer mehr Fahrradstraßen, in welchen Fahrräder grundsätzlich Vorfahrt vor den Autos genießen.

Zu Verbesserung des Stadtbildes hinsichtlich meist älterer, reparaturbedürftiger Fahrräder, auf welche man an vielen Stellen in der Stadt stößt, wollen wir – unter anderem- beitragen.

In 28 Tagen wird euer Projekt hoffentlich finanziert sein. Und danach?

Wir planen zunächst unser Servicefahrzeug betriebs- und einsatzfähig zu machen. Im Herbst folgt dann eine breit angelegte Testkampagne, um den letzten Feinschliff an der Funktionsweise der App und den Ablaufprozesse vorzunehmen.

Spätestens im nächsten Frühjahr geht’s dann richtig los, zunächst in München und wenn es gut läuft auch bald in anderen deutschen Städten.

Zwischen München und Passau: Seid ihr Kleinstadt- oder Großstadtmenschen?

Zwar sind wir alle in einer Großstadt aufgewachsen, aber gerade München hat ja bereits den Charakter eines typischen Millionendorfs.

In Passau lernt man vor allem die kurzen Wege und die Möglichkeit schnell viele nette Leute kennenzulernen sehr zu schätzen. Ich denke daher, dass wir in beiden Ausrichtungen immer mehr die Vorteile als Nachteile gesehen haben und deshalb sowohl das Kleinstadtleben genossen haben als auch nun wieder von den zahlreichen Facetten Münchens zu profitieren.

Galerie8Die Crowdfunding-Kampagne läuft noch bis zum 18. September. Wenn ihr die vier Jungs bei startnext.de unterstützt, bekommt ihr als Dankeschön Fahrradgutscheine, -karten, -reparatursets und andere schöne Dinge. Hier gehts zum Crowdfunding. Hier zur passenden Facebook-Seite und hier zur Homepage von Harry&Marv.

kleinstadtgross wünscht viel Erfolg und gute Fahrt!

- Text von Almuth Nitsch, Bilder von Harry&Marv -