Jazz am Russenkai 2014 in Passau – Artikel und Aftermovie | kleinstadtgross

Jazz am Russenkai 2014 in Passau – Artikel und Aftermovie

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Ganze 52 Konzertabende mit rund 220 Künstlern aus allen Jazz- und jazzverwandten Genres waren Teil einer ganz besonderen Konzertreihe. Das vom Cafe Museum initiierte “Jazz am Russenkai 2014″ stand im Zeichen der Wiedereröffnung des bekannten Passauer Jazzclubs, nachdem er durch die Flut im Jahr 2013 zerstört wurde.

Von der 10-köpfigen japanischen Bigband “Orqesta Libre” mit Duke Ellington-Themen, über Quartett- und Trio-Formationen bis hin zu Solisten war alles dabei. Der Start der Konzertreihe war zeitgleich die Wiedereröffnung des neuen Cafe Museums am 28. Juni mit dem Trio der Tochter von John Lee Hooker „Zakyia Hooker Trio“. Einen Abschluss fand das “Jazz am Russenkai” am 30.8.2014.

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Der konzeptuelle Schwerpunkt lag in der Dynamik aufeinanderfolgender Abende mit der gleichen Formation an Künsltern, im Sinne der authentischen Jazz-Tradition, die inzwischen fast ausgestorben ist. In der Tradition des Jazz war es bis in die 70er-Jahre üblich, dass eine Formation ein längeres Gastspiel über mehrere Tage hinweg gab. Das lag wohl daran, dass bis dahin der kommerzielle Charakter von Veranstaltungen weniger im Vordergrund stand. Vielmehr hat ein mehrtägiges Gastspiel eine viel komplexere Dynamik, für Publikum, wie Künstler gleichermaßen – das sonst auf 90 Minuten beschränkte Repertoire entwickelt sich facettenreicher und publikumsbezogener, was besonders beim Jazz spannend und attraktiv ist.

Wie ist es möglich so viele Konzerte ohne Eintrittsgelder zu veranstalten? Welche Fördergelder gab es ?

Jürgen Waldner (Leiter des Cafe Museums): Hauptfördersumme war die Jubiläumsförderung des Kultusministeriums München. Damit konnten wir mit einem größeren Budget als sonst arbeiten. Wenn man bedenkt, dass Club-Veranstaltungen mit Eintritt in geschlossenen Räumen wenig besucht sind und man andererseits bei einem reinen Open-Air ganz andere finanzielle Auflagen hat, rechnet es sich sehr wohl, die Clubtüren zu öffnen und einen kleinen Obolus in Form eines Kultureuros pro Getränk zu verlangen. Zudem ist das Netzwerk an bekannten Künstlern nach 13 Jahren Aufbauarbeit so komplex, dass es darunter viele gibt, die von der mehrtägigen Club-Idee begeistert sind und gerne die verschwenderische Open-Air-Gage gegen familiäre Festivalatmosphäre und eine etwas geringere Gage eintauschen.

Wie stehen die Sterne bezüglich eines Russenkais 2015?

Jürgen Waldner: Die stehen ziemlich gut. Die langfristige Absicht ist, das Festival von „Jazz am Russenkai“ und „Jazz im Rathausinnenhof“ auf weitere Plätze zu erweitern, die wir noch nicht verraten. Der zweite Schwerpunkt des Konzepts ist die Erweiterung zu einem Altstadtfest, das sich über mehrere Wochen hinzieht.

Was waren die Höhepunkte?

Jürgen Waldner: In Sachen Prominenz sicherlich Brian Auger, Otis Taylor und Brian Blade. Das schöne am Russenkai ist der langwährende Höhepunkt, weil man weiss, dass es morgen weiter geht. 

Kleinstadtgroß hat einige Konzerte besucht und ein paar Bilder für euch eingefangen:

- Artikel und Video von Thomas Maluck -