Bist Du ein Kleinstadt- oder ein Großstadtmensch? | kleinstadtgross

Bist Du ein Kleinstadt- oder ein Großstadtmensch?

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Seit einiger Zeit fragen wir die Menschen bei unseren Interviews ob sie Kleinstadt- oder Großstadtmenschen seien. Zu einem richtig eindeutigen Ergebnis hat das noch nicht geführt. Selbst bei den Gründern von kleinstadtgross.de scheidet sich die Meinung. Hier eine Sammlung aller bisherigen Antworten und eine schöne Übersicht über vergangene Interviews. Wenn ihr auf die Titel klickt, kommt ihr zum jeweiligen Artikel.

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Candelilla – Vier Frauen hauen auf die Fresse [Band]: Wie waren gestern in Regensburg und da auch privat untergebracht und haben bei einem Paar geschlafen, das eine wunderschöne Wohnung hatte. Und sie haben weniger gezahlt als Rita und ich in unsrer Zweizimmerwohnung in München. Da drängt sich dann schon immer wieder die Frage auf: Muss es wirklich München sein? Müssen wir diese hohen Mietpreise wirklich ertragen? Und dann heißt es immer: Lass uns nach Freising ziehen, lass uns nach Augsburg ziehen, lass uns irgendwo hin ziehen und dann machen wir es doch nie. Es ist wie mit dem Bandnamen. Es ist eine Sünde. Man weiß, dass es eine Sünde ist, aber man würde es nie rückgängig machen.

Verabredet mit “Le Rendez-Vous” [DJ-Crew]: Ich bin in einem Dorf, 20 km südlich von Strasbourg aufgewachsen und studiere seit fünf Jahren in Strasbourg. Das Leben als Student ist dort ganz cool, das kulturelle Angebot ist umfangreich. Die verschiedenen Fakultäten liegen alle ziemlich zentral und selbst wenn die Stadt sehr groß ist, trifft man genau wie in Passau immer wieder zufällig Leute in der Straße, die man kennt. Ich würde nicht sagen, dass ich ein Großstadtmensch bin, denn richtig gewohnt habe ich da noch nie. Aber natürlich sind große Städte in dem Umfeld, in dem wir tätig sind, viel attraktiver.

Wassermanns Fiebertraum taucht die Welt in Farben [Band]: Michi: Ich bin Großstadtmensch! Peter: Mir geht es in Wien gerade sehr gut. Michi: Ich brauche zwischendurch mal ‘ne Auszeit von der Großstadt, aber grundsätzlich tendiere ich zu großen Städten. Chris: Ich weiß es nicht, mir gefällt es auf dem Land genauso, wie in der Großstadt. Ich bin ja auch auf dem Land groß geworden und jetzt in das große Wien gezogen…

roof-374892_640bruederbach.soundvision – ein Porträt in Text und Bild [Visual Sound-Design]: Sebastian: Ich glaube, ich bin beides. Ich mag es total gerne auf dem Dorf zu sein, wo es total ruhig ist. Aber ich brauche ab und zu auch einfach ein bisschen Trubel. Dann bin ich aber auch froh, wenn ich vom Trubel wieder weg bin. Hendrik: Wohnen in einer Kleinstadt. Und ab und zu in einer Großstadt sein. In der Nähe von einer Großstadt wohnen. So wie Passau und München.

Torsten Sträter – Zwischen Batman, Passau und bierzahlenden Models [Kabarettist]: Ich bin ein Kleinstadtmensch. Wie alle anderen Menschen auch, schätze ich Übersichtlichkeit. Großstadtmenschen denken immer, dass Metropolen sie künstlich erhöhen, was Quatsch ist. Sie gehen einfach in der Masse unter und verlieren die Übersicht. Oder sie sind gezwungen Großstadtmenschen zu sein, weil ihr Arbeitsplatz da ist und die Verkehrsanbindungen so super. Aber wenn es sich nicht grade um eine Stadt wie New York handelt, ist es eigentlich nur ein Nachteil sich als Großstadtmenschen zu bezeichnen und kein wirklich wertvolles Prädikat. Jeder Mensch sollte ein Kleinstadtmensch sein, der auch große Städte kennt.

Strenge Wärme mit ‘Parolen der Liebe’ [Band]: Thomas: Großstadt. Ich brauche das Angebot. Dass sich viel tut. Die Anonymität ist auch ganz angenehm, finde ich. Auch kulturell passiert meines Erachtens nach mehr. Kleinstadt vielleicht mit 60, aber jetzt nicht. Sebastian: Ich bin noch nicht 60, aber ich favorisiere Kleinstadt. Allein schon der Weitblick. Ich steh auf Weitblick. Vom Gefühl her: Mittel- bis Kleinstadt. Und das Angebot kreiere ich mir selbst. Matthias: Ich tendiere eher zur Pampa. Ein Argument ist vielleicht der Nachthimmel, der mir in der Großstadt fehlt. Und die Kinder sind auch ein Thema, was das Land anbelangt. Das ist so eine romantisch-verklärte Vorstellung von Kindheit auf dem Land, die ich mit mir rumtrage. Georg: Definitiv Großstadt, weil das Kulturangebot für mich sehr wichtig ist. Der Austausch zwischen den anderen Musikern und mir. Inspirationsquellen, Orte an denen sich was tut… und Wien hat eh so eine hohe Lebensqualität. Im Grunde kann man da schon ganz gut auskommen.

roof-windows-327132_640Zu Besuch im ‘Königlichen Hoftheater Lumumba’ [Puppentheater]:  Gesa: Kleinstadt! Ich bin eigentlich die Kleinstadtpflanze an sich. Du nicht so, oder? Du kannst auch mal nach München fahren. Susanne: Also, ehrlich gesagt ist Großstadt für mich schon noch Reizüberflutung. Ich bin in einem Dorf am Chiemsee aufgewachsen und Großstadt ist für mich: zu viele Autos, zu viel U-Bahn fahren, zu anonym und zu viel Hektik. Obwohl ich mich schon langsam am München gewöhne. Gesa: In Passau war es früher nicht so wie heute. Es war eigentlich unerträglich. Ganz eng. Ganz katholisch. Das kann man überhaupt nicht mit heute vergleichen. Dann war ich zwei Jahre in Berlin und das hatte natürlich schon einen Reiz zur Hausbesetzerzeit. Jetzt gefällt es mir hier aber total gut. Also, Kleinstadt.

Der Ort an dem Träume wahr werden: Das Wohnzimmer [Open Space]: Helen: Eigentlich Großstadt, aber hier Kleinstadt. Weil ich mich in Großstädten viel wohler fühle als in kleinen Städten. Aber in Passau hab ich eine Nische für mich gefunden und es geht mir echt gut. Brian: Ich bin in der Großstadt aufgewachsen und in Passau das erste Mal für eine längere Zeit in einer Kleinstadt. Und ich glaube, ich bin wirklich ein Kleinstadtmensch. In Großstädten geht so viel Zeit und Energie verloren für den Transport von A nach B. Hier ist einfach so eine spontane Energie. Die Wege sind kürzer, rein von der Distanz her und auch von den Menschen zu einander. Das gefällt mir sehr gut. Die Liste der geplanten Sachen ist endlos, es gibt einfach zu viele geile Dinge, die darauf warten gemacht zu werden.

Beißpony: “Don’t die. Don’t work.” [Band]: Steffi kommt aus Großkarolinenfeld, einem kleinen Dorf in der Nähe von Rosenheim. Sie ist konzertsüchtig und auf der Suche nach einer Großstadt mit vielen Konzerten hat es sie am Ende nach München verschlagen. Also: eher Kleinstadtmensch, der immer noch Lust auf größere Städte hat. Sie mag allerdings auch die ganz kleinen verschrobenen und seltsamen Orte, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Laura kommt aus einem Münchner Vorort und lebt nach einem Intermezzo in New York inzwischen in Oxford, von wo aus man aufs Land genauso gut wie nach London pendeln kann. Also: beides.

Was ist eigentlich mit Harry&Marv passiert? [Crowdfunding]: Zwar sind wir alle in einer Großstadt aufgewachsen, aber gerade München hat ja bereits den Charakter eines typischen Millionendorfs. In Passau lernt man vor allem die kurzen Wege und die Möglichkeit schnell viele nette Leute kennenzulernen sehr zu schätzen. Ich denke daher, dass wir in beiden Ausrichtungen immer mehr die Vorteile als Nachteile gesehen haben und deshalb sowohl das Kleinstadtleben genossen haben als auch nun wieder von den zahlreichen Facetten Münchens zu profitieren.

panorama-427929_1280Die Wege eines peruanischen Fotografen [Crowdfunding]: Es hängt von der Stadt ab. Ich muss noch herausfinden ob Berlin eine Kleinstadt ist, wenn man aus Lima kommt, aber ich glaube bei mir ist es eher wichtig, dass ich am Strand wohnen kann. Ich kann in beiden Arten von Städten wohnen, aber Surfen ist wichtig für mich.

Liebster Award – Für Blogger, von Bloggern [Kettenbrief]: Theresa ohne h: Ich habe ja in Passau vom Kindergarten bis zur Hochschule alles absolviert. Jetzt bin ich zum Promovieren nach München gegangen, nicht weil ich unbedingt musste. Also ich genieße es als Kleinstädterin sehr, im “Millionendorf” zu leben. Ich könnte hier theoretisch jeden Tag alles kaufen, was ich “brauche” (in Passau gibt es ja nicht mal Longchamp-Taschen zu kaufen) und das gibt mir ein gutes Gefühl. Außerdem mag ich das kulturelle Angebot, das ich leider viel zu selten nutze. Ok, aber ich kann halt auch nicht jeden Tag auf einen Abendtermin. Aber ob ich nun ein Kleinstadt- oder Großstadtmensch bin, mir wird gar nichts anderes übrig bleiben, als in der Großstadt zu leben, wenn ich in einem adäquat bezahlten Job arbeiten möchte. Auch wenn mein Herz als Familienmensch nach wie vor an der niederbayerischen Heimat hängt, weil dort Hund und (Groß)eltern leben. facesofpassauWir tun einfach so, als hätten wir diese Frage der Kategorie „Unbeantwortbar“ überlesen.

Von Santiago de Chile in den Weltladen Passau – GreenGlass [fair-trade]:I lived in Santiago all my life, but I traveled a lot. I do like some big cities as well as I do like small ones. In the long term I will live somewhere more south of Santiago. One thing that kills me is the rush hour. I will not waste my time in rush hour my whole life. And I really like plants. One of my dreams is having an ecofriendly house with a garden. I think thats the lifestyle I will like. At the moment I can’t. There are so many things to do, which I can only do in Santiago.

europe-182767_640kleinstadtgross.de – Kultur- und Szeneblog [Gründer]: Tom: Ich bin ein Großstadtmensch, weil ich die Energie, die in einer Großstadt herrscht sehr liebe. Sie puscht meinem großen Tatendrang. Und du hast eine große Chance Leute zu finden, die auch sehr sehr motiviert sind. Es gibt viele Sandler, aber es gibt auch viele motivierte Menschen, mit denen man große Sachen machen kann. In der Großstadt ist diese Energie einfach mehr da. Sie ist größer. Und wahrscheinlicher. Und genau das genieße ich sehr. Go with the flow! Almuth: Irgendwas zwischen Kleinstadt und Dorf. Auf einer Wiese. Mit Schafen vor der Haustür. Da fühl ich mich wohl. Zehn Minuten in die eine Richtung zu Kultur, Clubs und Cafés und zehn Minuten in die andere zu menschenlosen Spaziergängen, Badeseen und Fahrradstrecken. Ich will (wenn überhaupt) an einer Straße wohnen, an der die Katze überlebt.

Random guy, doing rafting trips in the atlas mountains, normally based in Amsterdam [Urlaub]: I prefer to live in small cities, because I feel a bit out of breath when there are too many people, when it is too busy. I have tried to live alone as well, isolated, and I realized that you need some company sometimes. Someone to talk to and share things with.

Und ihr? Fühlt ihr euch in der Übersichtlichkeit der Kleinstadt oder um Trubel der Großstadt wohler? Wir freuen uns über eure Meinung in den Kommentaren.