Visionen für Passau – ein Lastenrad zum Ausleihen | kleinstadtgross

Visionen für Passau – ein Lastenrad zum Ausleihen

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Ich hätte gerne einen Kasten Bier. Das Problem: mein Fahrrad ist zu klapprig, das Auto meines Freundes überstrapaziert und zum Tragen ist der Weg zu lang. Die Strecke lohnt sich nicht für Carsharing, Helfen kann mir um die Uhrzeit keiner und Busfahren mit Bierkasten wäre zeitaufwendig. Was ich bräuchte, wäre ein Lastenrad.

Lastenräder entlasten die Straßen, machen keinen Lärm, können Wege befahren, die für Autos verboten sind, bekommen keine Strafzettel und können fast alles transportieren, was sonst in Kofferräumen landet.

Angefangen hat es mit “Kasimir” in Köln. Ein paar ambitionierte Leute haben sich zusammen gesetzt und Konzepte für einen Lastenfahrrad-Verleih entworfen. Mittlerweile sind es drei Räder in Köln. Diverse andere Städte haben das Konzept kopiert und überall trifft es auf große Begeisterung. Initiativen und Fahrradclubs in Dortmund, Graz, München und Hamburg haben mittlerweile Räder zum Teilen angeschafft.

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Für den Nutzenden ist das Ausleihen denkbar einfach. Nach einer Online-Registrierung steht online ein Kalender mit Reservierungen zur Verfügung. Ein Open-Source-Buchungssystem wird von den Kölner Ideengebern gerade entwickelt. Dann kann das Rad an einer Ausleihstation abgeholt werden. Bisher wird der Dienst kostenlos angeboten. Um die Idee zu verbreiten und um mehr Menschen erreichen zu können, haben die Kölner sich überlegt, dass das Lastenrad alle zwei bis vier Wochen seinen Standort wechselt. Und so zieht das Rad zwischen Cafés, sozialen Einrichtungen, Büros, Schulen und WGs umher.

Auf organisatorischer Seite ist deshalb ein wenig mehr zu regeln. Dafür bietet sich die Gründung einer Gruppe mit verschiedenen Zuständigkeitsbereichen an. Es müssen Stellplätze gesucht und gefunden werden, Werbung und Wartung fällt an, Möglichst großzügige Sponsoren sollten das Rad finanzieren und schließlich muss auch das richtige Rad gekauft werden. In Passau sollte es wohl vor allem mit Kopfsteinpflaster und Bergen zurecht kommen. Wenn erst mal alles geplant ist, fallen nur noch Kosten für Versicherung, Reparatur und Ersatzteile an. Und das lässt sich durch Spenden decken.

Kurierfahrer_Harry1Die neue Lust am Teilen lässt sich nutzen um eine Stadt lebenswerter und mobiler zu machen. In größerem Ausmaß könnten Lastenfahrräder auch ein Baustein zum Co2-freien Wirtschaftsverkehr werden. Das Potenzial dazu hätten sie. Das schöne am Verleih ist: der Aufwand ist überschaubar und der Effekt groß. Es fehlt nur jemand, der sich der Aufgabe annimmt. Na, gibt es Freiwillige?

Weiterführende Links und Quellen: www.dein-lastenrad.de, www.werkstatt-lastenrad.de, www.lastenrad.vcd.org

Dies ist die zweite Vision für Passau auf Kleinstadtgroß. In Zukunft könnt ihr weitere unter diesem Link finden. Ihr habt auch eine Idee was Passau fehlt? Die es in anderen Städten schon gibt und Passau unglaublich bereichern würde? Wenn ihr sie hier beschrieben haben wollt, schreibt eine Mail an kontakt@kleinstadtgross.de

- Text von Almuth Nitsch -