Strenge Wärme mit ‘Parolen der Liebe’ | kleinstadtgross

Strenge Wärme mit ‘Parolen der Liebe’

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logoDie Band ‘Parolen der Liebe’ beglückte vergangenes Wochenende in der Reihe Local Heros, das Cafe Museum in Passau. Die vier Wiener liefern schön lauten Sound, in dem viel Emotion drin steckt. Eindeutig raushören konnte man den Rock’n’Roll, den Blues und ab und an einen Hauch von Flamenco.


Vor anderthalb Jahren fanden sich Sebastian Doppler (Gitarre), Matthias Hofer (Bass), Georg Stögermayer (Gitarre) und Thomas Aichinger (Schlagzeug) durch einige Irrungen und Wirrungen und Fügungen des Schicksals zu den ‘Parolen der Liebe’ zusammen.

Wir saßen letzten Samstag vor dem Konzert mit ihnen und einer großen Ansammlung von Pizzen beisammen und plauderten über Liebe, Auftritte in Wien und den Sternenhimmel:

Kleinstadtgroß: Gibts musikalische Einflüsse oder Vorbilder?

Parolen der Liebe: Ja. Aber oft eher unbewusst. Wir hören alle sehr viel verschiedene Musik und natürlich fließt da auch immer wieder was ein. Das ist auch der Grund, warum die Songs in der Band teilweise sehr verschieden sind. Es geht von Beaste Boys bis Zappa.

Vervollständigt bitte folgende Sätze:

Parolen der Liebe klingt wie… ein Rosamunde Pilcher Roman.
Parolen der Liebe sind ein Geschenk an… alle, die der Liebe zugänglich sind und uns.
Parolen der Liebe suchen… nach der eigenen Welt, in die man dann die Zuhörer hinein bitten möchte um kurz zu verweilen, oder vielleicht auch länger. Um ihnen mal zu zeigen, was es sonst noch gibt.

Was hat euer Bandname für eine Bedeutung? Was verbindet ihr damit?

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Wir sind bei einem Bier zusammen gesessen, beim Proben. Das war relativ am Anfang. Und dann haben wir gesagt, Parolen der Liebe, aus Scherz. Und das haben alle gut gefunden. Das Interessante an dem Namen ist eigentlich, dass er immer mehr Kontext liefert. Da kommen wir auch wieder auf die Rosamunde Pilcher-Assoziation zurück: Leute die uns noch nie gehört haben und den Namen irgendwo lesen, behaupten: Das klingt aber nach Schlager. Dieses Spiel mit der Erwartungshaltung ist einfach lustig.

Was gibt der Band-Name euch für ein Gefühl?

Strenge Wärme.

Was erwartet ihr euch von eurem Publikum?

Wir wollen das Publikum berühren. Damit sie irgendwas spüren. Egal was. Es ist schon so, dass die Lieder verschiedene emotionale Phasen durchmachen. Ein Lied allein schon. Das sollen sie miterleben und spüren. Und sich drauf einlassen können.

Fördert Wien die Kreativität bzw. das Bandsein?

Das Gute ist, dass es viele Bands gibt und man viele gute Leute findet, die gemeinsam was machen. Es ist überhaupt nicht so, dass alles getrennt von einander funktioniert. Und was alle miteinander gemeinsam haben in Wien ist, dass man mit Musik einfach kein Geld verdienen kann. In Wien zu spielen und bezahlt zu werden, das ist schon eher die Ausnahme. Eher zahlt man dafür, dass man spielen kann.

Was ist eure Botschaft an die Welt?

Liebt euch! Gehet hin und liebet euch!

georgmitblumeWelchen Satz würdet ihr in der Zeitung gerne mal über euch lesen?

Morgen: Parolen der Liebe im Wembley-Stadion. Restlos ausverkauft. oder Die Parolen der Liebe gewinnen den Friedensnobelpreis.

Was steht bandmäßig für die nächste Zeit an?

Unser erstes Album. Bis Ende des Jahres. Und weiter viel spielen. Am 08. Juni auf dem POA. Aktuelle Termine gibts immer hier.

Ihr habt diverse Verbindungen zu Pfarrkirchen, nach Passau und gesammelt habt ihr euch in Wien. Seid ihr Kleinstadt- oder Großstadtmenschen?

Thomas: Großstadt. Ich brauche das Angebot. Dass sich viel tut. Die Anonymität ist auch ganz angenehm, finde ich. Auch kulturell passiert meines Erachtens nach mehr. Kleinstadt vielleicht mit 60, aber jetzt nicht.

Sebastian: Ich bin noch nicht 60, aber ich favorisiere Kleinstadt. Allein schon der Weitblick. Ich steh auf Weitblick. Vom Gefühl her: Mittel- bis Kleinstadt. Und das Angebot kreiere ich mir selbst.

Matthias: Ich tendiere eher zur Pampa. Ein Argument ist vielleicht der Nachthimmel, der mir in der Großstadt fehlt. Und die Kinder sind auch ein Thema, was das Land anbelangt. Das ist so eine romantisch-verklärte Vorstellung von Kindheit auf dem Land, die ich mit mir rumtrage.

Georg: Definitiv Großstadt, weil das Kulturangebot für mich sehr wichtig ist. Der Austausch zwischen den anderen Musikern und mir ist mir irrsinnig wichtig. Inspirationsquellen, Orte an denen sich was tut,… Und Wien hat eh so eine hohe Lebensqualität, im Grunde kann man da schon ganz gut auskommen.

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Gespräch!

Weitere Infos zur Band findet ihr auf facebook und soundcloud.

- Text & Interview von Almuth Nitsch, Bilder von Parolen der Liebe -