Passau, Punks und Polizei | kleinstadtgross

Passau, Punks und Polizei

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Großes Polizeiaufgebot am Samstag auf der Uniwiese am Inn. Anwohner rufen die Polizei wegen einer Ansammlung von jugendlichen Punks und Metalfans aus der Umgebung.

„Das ist das 14te Mal dieses Jahr, dass wir hier ohne Grund auseinandergenommen werden.“, erzählt einer der Jugendlichen. „Letzte Woche hat die Kripo sogar unsere Sachen durchsucht!“

Am frühen Samstagnachmittag wurde die Polizei von Anwohnern alamiert und über eine randalierende Gruppe Jugendlicher in Kenntnis gesetzt. Daraufhin standen kurze Zeit später vier Polizeibusse und ein mit Hunden beladenes Auto an der Uniwiese, um die vermeintlichen Störenfriede in die Schranken zu weisen.

Sie tragen Springerstiefel, nietenbesetzte Lederjacken mit verschiedensten Aufnähern gegen Nazis oder Diskriminierung. Die Jugendlichen aus Passau und Umgebung treffen sich regelmäßig in größeren Gruppen, um gemeinsam ein paar Kästen zu leeren und Musik zu hören. Sie unterscheidet nichts vom normalen Studenten, außer das Aussehen. Bunte Haare, politische Parolen und ein derber Auftritt scheinen nicht in die paradiesische Blase des Spießbürgertums zu passen. Die Punks könnten sie ja schließlich mit ihren Nieten zum platzen bringen. Die Polizei muss also ran, um das Wohl und den Einklang zu schützen. Diese verhielt sich friedlich und nett, obwohl sie in ihren schusssicheren Westen, Pistolen und Knüppeln ziemlich überdimensioniert daher kam.

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Letztendlich kann man die „Fuck-You-Attitüde“ der Jugendlichen nur mit amtlicher Verbeugung willkommen heißen und selber den Mittelfinger gegen diejenigen heben, die nichts besseres zu tun haben, als bei so etwas die Polizei zu rufen. Herzlichen Glückwunsch Passau! Du machst es uns nicht leicht.

EDIT 15.04.14:

Die Aussage, dass “Anwohner” die Polizei verständigt haben, stammt aus dem Munde eines Polizisten, den wir vor Ort nach dem Grund der Kontrolle gefragt haben. Wir wurden jedoch informiert, dass nach Angaben eines Polizeisprechers dies nicht der Fall war. Der Polizeikonvoi sei wegen der Eröffnung einer Rockerkneipe und der beginnenden Motorrad-Saison unterwegs gewesen und habe nach Entschluss des Einsatzleiters spontan entschlossen die Jugendlichen zu kontrollieren.  “Er hat die vielen feiernden jungen Leute gesehen, auch sehr junge. Es ging ihm darum zu prüfen, ob diese verbotenerweise harten Alkohol konsumieren”, wurden wir vom Bürgerblick berichtigt. An dieser Stelle danke ich Herrn Denk für die Aufklärung! (siehe unten: Kommentar, bürgerblick, 15.04.2014 um 19:17)

Das Anprangern des “Spießbürgers” war in diesem Fall also ungerechtfertigt.

Warum wir vor Ort anders informiert wurden bleibt schleierhaft…

- Text und Fotos von Thomas Maluck -

12 Responses to “Passau, Punks und Polizei”

  1. Jessy

    voll der gleichen meinung, nur weil sie nicht so spiessig ausschauen werden sie so behandelt! wo in passau sollten sich die leute sonst treffen!

  2. Bianka

    Es ist schon traurig das die Polizei da gleich vor Ort ist, nur weil Junge Leute sich Treffen! Aber wenn man die Freunde in grün anruft weil Zigeuner (Verzeihung wenn das nicht mehr politisch korrekt ist) die Siedlung ausspionieren wo was zu holen ist, man ewig warten kann bis die mal kommen!

    • travis

      du scheinst ja sauber bescheuert zu sein (verzeihung, wollte dich nicht beleidigen)!

  3. Rocky

    die polizei ist hier doch nicht der böse!!!
    die anwohner haben doch die polizei gerufen und diese hat sich richtig verhalten nämlich gelassen und locker.
    überreaktion der einwohner würde ich mal sagen
    aber alles was neu ist ist ja auch schlecht und scheiße -.- das man alle immer in eine schublade stecken muss versteh ich einfach nicht

    • Kleinstadtgroß

      Stimmt Rocky! Die Polizei hat es glaube ich ziemlich genervt, dass sie wegen so etwas anrücken mussten…

    • Sue

      Genau… und deswegen kommen sie gleich mit schusssicheren Westen und mit 4 Sixern an.

      • Kleinstadtgroß

        Naja, aber was sollen sie den sonst tun, wenn jemand anruft und sagt, dass auf der Innwiese 25 Jugendliche “randalieren”. Man schickt dann bestimmt nicht einen Streifenwagen vorbei, der sich die Sache erst aus der Ferne anschaut… Ich kann sie schon verstehen. Überdimensioniert ist es aber auf jeden Fall.

    • hanzl

      Muahaha, so neu ist Punk nun auch wieder nicht!

  4. bürgerblick

    Schreckgespenst “Spießbürger”
    “….Anwohner rufen die Polizei wegen einer Ansammlung von jugendlichen Punks und Metalfans aus der Umgebung….”
    Hey “Kleinstadtgross”! Wir haben ja gestern über den Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten diskutiert. Ich habe den Beitrag nicht sofort übernommen, weil mir eine zweite Quelle (alles andere ist unseriös) bislang fehlte. Der erste Satz, dass “Anwohner” die Polizei gerufen haben, also die Spießbürgervariante, hat diese Tatsachenbehauptung eine Quelle? Ich vermutete schon, dass nicht. Mangels Anwohner wurde ja gemutmaßt, es könnte spaziergehender Spießbürger gewesen sein, der sich aufregte.
    Leider ist keine der Interpretationen wahr und damit fast alle Kommentare, welche der Beitrag auslöste, falsch und unfair. Tatsache ist: Am Wochenende, das hatte ich bereits durch ein Telefonat mit der Polizei am Samstag erfahren, war Passau voller Polizisten, weil eine Einsatzhundertschaft vor Ort war. Zum einen wegen der Schwerpunktaktion “Beginn Motorrad-Saison”, zum anderen wegen der Eröffnung einer Rockerkneipe am Auerbacher Stachus und einem parallel in Kohlbruck stattfindenden Motorradtreffen. Die “Kontrolle” der Punker ist laut meiner heutigen Anfrage bei der Polizei garantiert durch keinerlei Anrufer ausgelöst (sie haben die Protokolle gesichtet) ausgelöst worden. Der Stopp des Poliveikonvois beim Punkerpicknick war die spontane Entscheidung eines Einsatzleiters. “Er hatdie vielen feiernden junge Leute gesehen, auch sehr junge. Es ging ihm darum zu prüfen, ob diese verbotenerweise harten Alkohol konsumieren”, wurde mir erklärt. Deshalb ist die “Kontrolle”, wie der Bericht richtig wiedergibt “nett und fair” verlaufen. “Es gab keinerlei Beanstandungen, deshalb erschien auch nichts im Einsatzbericht”, teilt der Polizeisprecher mit. Als einziger Hinweis sei an die Jugendlichen ergangen, ihren Müll hinterher wegzuräumen, weil sie sonst Ärger mit der Uni bekämen.
    Blogger bereichern mit ihrer Meinung das Netz, aber wenn es um Tatsachenbehauptungen geht sollten sie journalistische Sorgfalt walten oder es bleiben lassen:-). Als Journalist weiß ich, dass (auch wir) das oft vernachlässigen, weil es zeitaufwändig und mühsam ist.
    Die Bilder sind trotzdem klasse!
    LG
    Bürgerblick-Headquarter.

    • Kleinstadtgroß

      Vielen Dank für die wichtigen Informationen! Die Aussage, dass Anwohner die Polizei gerufen haben, stammt aus dem Munde eines Polizisten. Diesen habe ich vor Ort nach den Gründen ihres Erscheinens gefragt… Tut mir Leid, dass ich hier falsche Aussagen wiedergegeben habe!

      • bürgerblick

        … man darf keiner Quelle trauen, nicht einmal dem Polizisten vor Ort mit seiner Schutzbehauptung, um seinen Einsatz zu rechtfertigen:-).

  5. passauer

    grundsäztzlich gibt es nichts dagegen zu sagen wenn “punks” auf der uniwiese sich dem alkohl zuwenden wie die studis auch. allerdings geht es aber auch darum wie man das macht.
    aus eigenen beobachtungen weiß ich, dass diese herren ihren unrat einfach wies denen paßt liegenlassen.
    es wird wild umher uriniert und für die grossen geschäfte gehts dann hinters gebüsch. am abend werden dann total betrunken häuser besetzt und die anwohner durch unkontrollierten lärm belästigt.
    da ist es dann durchaus sinnvoll wenn die polizei die herren in die schranken verweist!
    ganz so friede, freude, eierkuchen wie hier beschrieben gehts nicht ab, eine etwas einseitige berichterstattung wie ich finde.

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