POA – Drittes Kapitel der Pfingsorgie | kleinstadtgross

POA – Drittes Kapitel der Pfingsorgie

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Ganz bald ist es soweit! In drei Tagen erwarten uns auf dem Pfingst-Open-Air Festival K.I.Z, FM Belfast, MC Fitti, Movits und viele andere Künstler. Sie werden uns tanzen lassen bis der Festivalboden in Staubschwaden über Salching hinweg zieht…

ACHTUNG: Es geht hier nicht um das Anbeten der Bands. Jeder weiß, dass es sich lohnt wild hüpfend, mit Bier in der Hand zu den Liedern von Movits zu tanzen. Bei uns geht es um die Besucher des Festivals und deren Geschichten, die sie immer wieder gerne als kleine Pfingstabenteuer ihren Freunden erzählten. Leider missfiel den Organisatoren des POAs unsere “Berichterstattung”… Eine Presseakkriditierung wurde uns nicht ausgestellt, da das Open-Air in dieser Form nicht dargestellt werden soll. Dabei stellt sich uns folgende Frage: Waren die Herrschaften je selber auf einem Festival? Es geht um Musik, ja! Aber nicht nur! Menschen treffen sich zu Tausenden auf einem Gelände um ordentlich die Sau raus zu lassen und dazu gehören “Sex, Drugs and Rock’n’Roll”.

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Hiermit beenden wir die Trilogie der kleinen Geschichten, die im Laufe der Jahre auf dem Festival gesammelt wurden (Fühlt euch trotzdem frei die Geschichten aufzuschreiben und an uns zu schicken):

“Von den Unschärfenrelationen habt ihr ja schon gehört. Sie haben mich mal hier, mal dort erwischt. Als POA-Jungfer stapfte ich drei Tage lang, mal mehr und mal weniger betrunken, durch den tiefen Schlamm und erfreute mich des Lebens. Am letzten, jenem geschichtsträchtigen Abend war ich nicht nur vor Erschöpfung und Schlafmangel wenig gewillt meine Energien erneut hoch zu fahren, es war auch die dringend benötigte aber nicht genossene Dusche, die mir ein unwohles Gefühl bereitete. “Egal! Nur ein Bier!”, brüllte mir mein besseres Ich ins Ohr. Zwei Stunden später stand ich splitternackt auf der Cocktailbar…

Wenn ich die Einzelteile, die ich aus den Unschärfenrelationen mitgenommen habe richtig zusammensetze ist, es folgendermaßen zu dieser Situation gekommen:

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Ich traf Freunde, Kollegen und nette Menschen mit denen man natürlich ein Bier trinken musste. Selbst wenn man mit jeder Person nur ein halbes Bier trank, reichte es um große Lust auf mehr zu bekommen. Da war dann schließlich dieses Mädchen, die mir den bitteren von Geschmack von MDMA auf der Zunge hinterließ.  “Egal, erstmal tanzen.”, flüsterte das immer böser werdende bessere Ich. Und da stand ich also im Electro-Zelt und spürte das Bedürfnis immer tiefer einzuatmen, mich zu bewegen und geliebt zu werden. Verschwommen weiß ich noch, wie “Materia” irgendwann auf dem DJ-Pult stand und die Welt explodierte.

Mit dem dringenden Bedürfnis nach Liebe und Berührungen machte ich mich irgendwann auf den Weg zur Cocktailbar. Dort herrschte absolutes Chaos. Um sein Getränk zu bekommen, musste man gegen laut dröhnende Musik in dichte Nebelschwaden schreien, die unaufhörlich aus dem Stand quollen. Irgendwer hatte bei der Nebelmaschine den Apokalypseschalter gedrückt… Mit einem Long Island Icetea in der Hand und dem aufkommenden Bedürfnis jemanden zu küssen wurde ich plötzlich von zwei Händen zum Seiteneingang der Cocktailbar geführt. Es war das MD-Mädchen. Sie nahm mich mit auf das Dach der Bar, auf dem es ähnlich chaotisch zuging. Wieder packten mich zwei Hände und zogen stark an meinen Armen und Schultern. Plötzlich wurde es warm, fast heiß und ich bekam keine Luft mehr. Ehe ich verstand was gerade passiert war, sah ich mich komplett angezogen zwischen vier nackten Menschen in einem warmen Wirlpool sitzen. Sie hatten mich einfach hineingezogen. Dieser Schock ließ das MD wieder wirken…Ich zog mir die nassen Klamotten aus und fragte jede vorbeigehende Frau nach einem Kuss. Es funktionierte mehr oder weniger gut… Später stand ich nackt auf dem Dach und versuchte die ein oder andere Unterhaltung zu führen, was sich dann irgendwann aufgrund der Kälte und zitternden Lippen immer schwieriger gestaltete.

Mit trockenen Klamotten und vielen kleinen lustigen Geschichten im Gepäck ließ es sich dann, wie auch die anderen Tage zuvor, bis zum Sonnenaufgang durchhalten.” 

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Das Dach der Cocktailbar

 Kleinstadtgroß wünscht allen ein abenteuerliches Pfingsten. Lasst es krachen!

- Text von Thomas Maluck, Story von Mr. X, Fotos von Valentin Brandes -