POA – Erstes Kapitel der Pfingstorgie | kleinstadtgross

POA – Erstes Kapitel der Pfingstorgie

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Pfingsten 2014 ist es wieder so weit! Das ersehnte Pfingst-Open-Air Festival bei Straubing geht in die nächste Runde. Uns erwarten 7 Bühnen, über 100 Acts, viele schöne Menschen und vor allem lustige Geschichten, die man sich lange erzählen wird. Um was geht es aber wirklich auf einem Festival wie dem POA?

Jemand, der noch nie in den derben Genuss eines Festivals gekommen ist, würde vielleicht die Musik als den ausschlaggebenden Grund angeben ein Festival zu besuchen. Jemand, der sich bereits in den Tiefen eines Festivals verirrt hat weiß, dass es nicht nur um Musik geht. Es geht um die vielen kleinen menschlichen Abenteuer. Manchmal steigen sie sogar ins Außerirdische auf, um in der Morgensonne nach der durchfeierten Nacht mit dem Konterbier zu enden oder gänzlich aus der Erinnerung zu verschwinden. Es entstehen viele kleine Geschichten, die man sich immer wieder gerne erzählt und die in den Köpfen weiterleben. Wir haben mit ein paar Leuten gesprochen, die das Pfingst-Open-Air in Straubing besucht haben und sie nach ihren kleinen Abenteuern gefragt.

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“Eines vorweg: Die POA’sche „Realität“ ist wie ein Gulaschtopf – verschiedene Zutaten und Geschmacksrichtungen vereinen sich zu einer einzigen Plempe und am Ende kann niemand mehr die einzelnen Bestandteile rausschmecken. Folgende Episode vom POA ist mir dabei besonders in „Erinnerung“ geblieben, wobei diese bruchstückhaften Fetzen in meinem Kopf eher dem Memento-Style ähneln. Je nach Perspektive des Geschehens kann die Chronologie stark variieren.

Wenn ich mich nicht irre, befinden wir uns im Jahr 2011. Damals fand das POA zum letzten Mal im beschaulichen Hauzenberg bei Passau statt. Ich war mit Goa-Boy, dem Experten und Festivaltypologisierungsteammitglied A (Namen von der Redaktion nicht geändert) auf dem Festivalgelände unterwegs. Am Tag zuvor hatten wir uns in der Cocktailbar an „All you can drink“ – Touch Down und White-Russian-Spendern vergriffen und spät nachts ziemlich ins mentale und körperliche Nirvana geschossen.

Ob und wieviel ich gepennt habe, weiß ich nicht mehr, allerdings war ich am nächsten Tag dementsprechend paniert. Nach etlichen Konter-, Guten Morgen-, und Mittagsbieren samt dem dazugehörenden Flunky Ball, Dummgesabbel und Streifzügen über den versabschten Campingplatz, stolperte ich irgendwann wieder auf die drei Kollegen G, E und F zu. Da mich Bierkonsum ab einer bestimmten Anzahl irgendwann nur noch einlullt und mein Besoffenheitslevel nicht mehr radikal nach oben zu heben vermag, trieb es mich und die drei Dudes zu einem Getränkestand, um uns zuzuschütten und ein wenig hoch zu pushen.

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Am besagten Stand „arbeiteten“ die bekanntermaßen experimentierfreudigen Kollegen, die nicht nur mit Wein oder Bier dienen konnten. Der Experte übernahm die Bestellung, denn er kannte mehrere der Jungs. In der Folge kam es offensichtlich zu Kommunikations- problemen, denn wie es sich viel viel später herausstellte, kamen die Dudes zu dem Entschluss, wir hätten ein bisschen mehr „Pepp“ nötig und garnierten unsere Getränke mit gewissen Extras. Ob und von wem die Initiative ausging, wird wohl auf ewig ein Rätsel bleiben.

Hier endet der chronologische Strang der Ereignisse. Das nächste woran ich mich erinnern kann – ich stehe irgendwo in der Menge beim Auftritt von Casper. Neben mir steht eine Freundin, die mich dauernd wieder fragt, ob es mir gut geht. Logo, was soll schon sein? Ich glaub schon. In meinem versabschten Hirn beginnt sich alles zu drehen, ich bin völlig apathisch.

Cut. Es ist schon dunkel und es schüttet aus Kübeln. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, was ich die letzten Stunden getan habe, hinterfrage aber auch nichts. Das Licht und die Mukke des Reggae-Imbissstands ziehen mich magisch an. Dort erkenne ich Uwe Kaa, der tags zuvor auf der Mainstage performt hat und eine kleine echt lässige Reggae-Live-Session gibt. Plötzlich feier ich alles und mich besonders, stolper ohne Vorwarnung zu Uwe Kaa, reiße ihm das Mic aus der Hand und fange an 292308_10151434182904856_916379364_nden freshesten Freestyle meines Lebens zu kicken. Keine Ahnung, ob der Scheiß wirklich so gut war wie subjektiv wahrgenommen, aber die 10-12 (15-20?) Leute im strömenden Regen sind voll dabei. Ich weiß noch, wie ich mir während dem Freestylen sowas dachte wie: „Skurrile Scheiße. Da steh ich völligst dicht und stehl Uwe Kaa die Show.“ Plötzlich tut sich was. Aus dem rechten Augenwinkel seh ich zwei splitternackte Typen (mit irgendwelchen strangen Masken oder Hüten?) vom Campingplatz um die Ecke laufen – es sind der Experte und der Goa-Boy mit völlig verspultem Blick. Sie stellen sich mitten in die Crowd und dancen nackt zu meinen Freestyles und Uwe Kaa’s Reggae-Tunes ab, dann laufen die beiden weiter in Richtung Damentoilette. Dann wieder Blackouts, Blackouts, Blackouts.

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Druff war ich noch bis weit in den nächsten Tag hinein. Dass wir alle druff waren, haben wir eigentlich erst nach dem Festival unter Einbeziehung aller Einzelperspektiven rekonstruiert – jeder hat seinen eigenen Film geschoben: Goa-Boy und der Experte sind völlig eskaliert und stundenlang nackt durch die Gegend gelaufen, Festivaltypologisierungsteammitglied A ist nur aggro geworden und hat alles in seinem Umfeld angekackt und ich hab mich in der skurrilen Szenerie des Reggae-Imbissstands verloren. Was wirklich noch alles passiert ist, wird auf Ewigkeiten in der POA’schen Unschärferelation verborgen bleiben. POA 2014 is coming!!

Dies ist der erste Teil einer Trilogie. Zwei weitere Erfahrungsberichte der POA’schen Unschärfenrelation werden noch folgen.

Slideshow:

- Text von Thomas Maluck, Erfahrungsbericht von Mister X, Fotos von Valentin Brandes -

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