Population Boom – mit den ‘besserwissern’ im Kino | kleinstadtgross

Population Boom – mit den ‘besserwissern’ im Kino

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Die Genossenschaft ‘besserwisser‘ präsentiert jeden Monat einen Film rund um die Themen Nachhaltigkeit, Arbeitswelt und Lebensentwürfe im ScharfrichterKino. Diesen Monat ist es die österreichische Produktion ‘Population Boom‘ von 2013.

head-downloadsSchon John Lennon sagte in einem Fernsehinterview von 1971, dass er nicht an Überbevölkerung glaube. Der Moderator daraufhin: Ich fürchte, da liegen Sie falsch. Und Lennon antwortete: Das ist mir egal.

Nach seiner Dokumentation “Plastic Planet” ist an Werner Boote die Frage herangetragen worden, ob denn wirklich Plastik das größte Problem für die Zukunft der Welt sei. Ob wir denn nicht vorher das Problem mit der Überbevölkerung lösen müssten?!

Boote nahm sich diese Frage zu Herzen und machte sich auf den Weg. In ‘Population Boom‘ lässt er Menschen aus verschiedenen Hintergründen und Erdteilen zu Wort kommen: einen UN-Vertreter, einen mexikanischen Regisseur, eine chinesische Moderatorin an ihrem eigenen Hochzeitstag, eine Schauspielerin aus Bangladesh, eine 15köpfige Familie aus den Slums von Mumbai… und das Ergebnis?

Das eigentliche Problem sei, dass es ein paar Teile der Welt gäbe, die sich um ihren Reichtum sorgen. Deshalb versuchen sie anderen Nationen das Recht abzusprechen sich zu vermehren. Wenn eine gerechte Verteilung da wäre, gäbe es genug Ressourcen für alle. Ein geringer Teil der Weltbevölkerung hortet aber sein Vermögen und steigert somit die missliche Lage der Mehrheit. Das große Ziel der US-Außenpolitik ist Bevölkerungsreduktion. In anderen Ländern. Statt eine 1-Kind-Politik durchzuprügeln, solle man eher versuchen für die zukünftige Weltbevölkerung realistisch zu planen. An Platz und Ressourcen scheitere das Unterfangen nicht.

Werner Boote verbindet seine Fähigkeit schöne Bilder einfangen zu können, wunderbar mit dem Wissen, wie sich auch ernsthafte Themen kurzweilig inszenieren lassen. Mit einem ganz unaufdringlichen Humor führt er seine Interviews beispielsweise unter seinem Regenschirm der Weltbank oder in einem nahezu kenternden Boot.

”Sit down! You don’t have any idea of boats!” – ”My name is boats!”

Aus vielen solcher Szenen hat der Österreicher  einen optimistischen Film geschaffen, der zum Nachdenken anregt. Glaube ich an Überbevölkerung? Wenn ja, woher habe ich diese Überzeugung? Und wer könnte Interesse daran haben, dass ich so denke? – absolute Kinoempfehlung.

Weitere Vorstellungen im ScharfrichterKino:

Fr. 02.05. um 21.15 Uhr, Sa. 03.05. um 23.15 Uhr & Mi. 07.05. um 19.00 Uhr

 – Text von Almuth Nitsch -